Bei der Begehung fragt der Prüfer nach dem Nachweis der letzten DGUV-V3-Prüfung für den Verteiler in Halle A. Die letzte liegt vier Jahre und zwei Monate zurück — die Frist ist still verstrichen. Aufgefallen ist es niemandem, weil das Datum in einer Excel-Zeile stand, die seit Monaten niemand geöffnet hat.
Genau so wird aus einer bekannten Pflicht ein Problem: nicht weil das Intervall unklar ist, sondern weil niemand rechtzeitig erinnert wurde. Dieser Artikel zeigt dir die Prüfintervalle der DGUV V3 auf einen Blick — und wie du sie zuverlässig einhältst.
Die DGUV-V3-Prüfintervalle im Überblick
| Betriebsmittel / Anlage | Prüffrist (Richtwert) | Prüfung durch |
|---|---|---|
| Ortsveränderliche Betriebsmittel (Büro, trocken) | Richtwert 6 Monate; bei Fehlerquote < 2 % bis 24 Monate | Elektrofachkraft |
| Ortsveränderliche Betriebsmittel auf Baustellen | 3 Monate | Elektrofachkraft |
| Ortsfeste elektrische Betriebsmittel & Anlagen | 4 Jahre | Elektrofachkraft |
| Anlagen in Betriebsstätten besonderer Art (feucht, nass, brand-/explosionsgefährdet) | 1 Jahr | Elektrofachkraft |
| Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD), ortsfest | 6 Monate (Funktionsprüfung) | Benutzer |
| Fehlerstrom-Schutzschalter (FI/RCD), nicht ortsfest | 1 Monat (Funktionsprüfung) | Benutzer |
Wichtig — keine Rechtsberatung: Das sind Richtwerte aus der DGUV Vorschrift 3 bzw. den zugehörigen TRBS/Normen. Die konkrete Frist ergibt sich aus Einsatzbedingungen, Fehlerquote und eurer Gefährdungsbeurteilung — verbindlich entscheidet die verantwortliche Elektrofachkraft. Im Zweifel die aktuelle Vorschrift prüfen.
Die Werte selbst sind also schnell nachgeschlagen. Schwierig wird es erst, wenn du Dutzende Betriebsmittel mit unterschiedlichen Intervallen gleichzeitig im Blick behalten musst.
Warum die Frist das eigentliche Problem ist
Ein Verteiler (4 Jahre), eine Handbohrmaschine (6 Monate), ein FI auf der Baustelle (1 Monat) — jedes Betriebsmittel hat seinen eigenen Takt. In einer Excel-Liste siehst du das nur, wenn du sie öffnest und jede Zeile durchgehst. Genau hier rutscht die eine überfällige Prüfung durch:
Wiederkehrend gedacht: nach der Prüfung ist vor der Prüfung
DGUV-V3-Prüfungen wiederholen sich — das ist ihr Wesen. Erledigt heißt nicht weg: Sobald eine Prüfung abgehakt ist, muss die nächste um genau das Intervall weiterrücken. Wer das von Hand pflegt, vergisst früher oder später eine Verlängerung.
„Ich trag die Termine doch in Excel oder den Kalender ein"
Der naheliegende Reflex — und für eine Handvoll Geräte reicht er. Bei vielen Betriebsmitteln mit unterschiedlichen Intervallen hakt es an drei Stellen:
- Du pflegst jedes Datum doppelt (in der Geräteliste und im Kalender) und hältst beides synchron.
- Nach jeder Prüfung musst du die nächste Frist von Hand weiterrücken — pro Gerät, pro Intervall.
- Die Erinnerung liegt im Kalender einer Person. Ist die krank oder im Urlaub, sieht sie keiner.
Und das Grundproblem bleibt: Eine bedingte Formatierung leuchtet rot — aber nur, solange die Datei offen ist und jemand hinschaut.
Was CellAlert hier übernimmt
Du markierst die Zelle mit der nächsten Prüffrist einmal im Excel-Add-in und hinterlegst das Intervall; ein Klick auf „Aktualisieren" holt später geänderte Datumswerte aus Excel nach. CellAlert überwacht die Frist auf dem Server und erinnert rechtzeitig — per E-Mail und im Kalender, auch wenn Excel längst geschlossen ist. Nach dem Abhaken rückt die nächste Prüfung automatisch um das Intervall vor.
Und für alle, die Cloud-Tools (zu Recht) skeptisch sehen: CellAlert speichert nicht deine Excel-Datei — nur die Frist plus eine Zell-Referenz (Datei/Blatt/Zelle). Die Server stehen in Deutschland (Frankfurt), DSGVO-konform. Deine Daten gehören dir: CSV-Export jederzeit, kein Lock-in. Dein Excel bleibt die Quelle der Wahrheit.
Häufige Fragen
Wie oft muss nach DGUV V3 geprüft werden?
Je nach Betriebsmittel: ortsveränderliche Geräte als Richtwert alle 6 Monate (im Büro bei niedriger Fehlerquote bis 24 Monate, auf Baustellen alle 3 Monate), ortsfeste Anlagen alle 4 Jahre, Anlagen in besonderen Betriebsstätten jährlich, FI-Schutzschalter monatlich bis halbjährlich. Es sind Richtwerte — die verbindliche Frist legt die Gefährdungsbeurteilung bzw. die Elektrofachkraft fest.
Wer darf die DGUV-V3-Prüfung durchführen?
Die Prüfung elektrischer Anlagen und ortsfester Betriebsmittel macht eine Elektrofachkraft (EFK), bei messtechnischen Prüfungen unter Verwendung geeigneter Mess- und Prüfgeräte. Die regelmäßige Funktionsprüfung von FI-Schutzschaltern über die Prüftaste kann der Benutzer übernehmen.
Was passiert, wenn ich eine Prüffrist verpasse?
Eine versäumte Prüfung kann im Schadens- oder Auditfall zu Haftungs- und Versicherungsproblemen führen und gilt als Verstoß gegen die Betriebssicherheit. Konkrete Folgen hängen vom Einzelfall ab — entscheidend ist, dass die Prüfungen lückenlos dokumentiert und fristgerecht sind.
Liegt meine Excel-Datei dann in der Cloud?
Nein. CellAlert speichert nur die Frist-Metadaten plus eine Zell-Referenz — nicht die Datei. Die Server stehen in der EU (Frankfurt), DSGVO-konform, und der CSV-Export ist jederzeit offen. Excel bleibt die Quelle der Wahrheit; eine Migration gibt es nicht.
Kann ich die Prüffristen einfach in Excel verwalten?
Sichtbar machen ja — mit bedingter Formatierung und einer Tage-bis-Formel. Wie das geht, zeigt der Beitrag Excel-Erinnerung bei einem Datum. Nur erinnert dich Excel nicht, wenn die Datei zu ist — genau diese Lücke schließt CellAlert.
Die Intervalle stehen in der Vorschrift. Ob du die Frist einhältst, entscheidet sich daran, ob dich jemand rechtzeitig erinnert. Wie du den Überblick über viele Betriebsmittel behältst, zeigt auch der Beitrag Schluss mit der Fristen-Liste: Denk in einer Matrix.